Ausbilderprofil

IEMAS kennt keine Graduierungen im klassischen Sinn - im Training sind alle genau so gleichwertig und gleichgestellt wie im Alltagsleben. Die einzige Unterscheidung bei den Teilnehmern besteht bei IEMAS zwischen Schülern und Ausbildern.

 

 Chisau

 

Ein Ausbilder steht bei IEMAS nicht über den Dingen. Er ist kein ungreifbarer Halbgott, sondern ein Trainer. Seine Kleidung unterscheidet sich bis auf den kleinen Aufdruck "Instructor" nicht von der der Schüler. Um ein Ausbilder im IEMAS-Sinn zu sein, bedarf es mehr als die bloße Kenntnis der Kampfkunst. Sicherlich ist es wichtig, dass ein Ausbilder auf diesem Sektor versiert ist - allerdings kann dies nur ein Teil der Kompetenz ausmachen, die von einem Ausbilder erwartet werden muss.

Modernes Lernen findet am besten in freundlicher und verständnissvoller Atmosphäre statt. Gerade weil IEMAS ganz besonderen Wert auf die Individualität der Ausbildung legt muss der Ausbilder in der Lage sein, auch menschlich auf seine Schüler einzugehen. Der Kleingruppenunterricht erfordert es, dass der Ausbilder in der Lage ist, Stärken, Trainingsfelder und Bedürfnisse seine Schüler zu erkennen; nur so kann die für jeden einzelnen optimale Lernatmosphäre geschaffen werden.

Eine der wichtigsten Qualifikationen für einen Ausbilder ist daher ohne wenn und aber eine ausgeprägte Sozialkompetenz. Ein Ausbilder muss in der Lage sein, sein Wissen dem Schüler zu vermitteln - die fundiertesten Kenntnisse eines Ausbilders sind wertlos, wenn er diese nicht auf eine effektive Art dem Schüler beibringen kann. Hierzu gehören didaktische und pädagogische Fähigkeiten genauso wie eine Weltanschauung, die sich nicht auf Arroganz oder Elitarismus gründet. Der Schüler soll gerne von seinem Ausbilder lernen und nicht von ihm eingeschüchtert werden - und der Ausbilder darf sich nicht im Wahn befinden, erleuchtet und gegenüber seinem Schüler eine unbesiegbare Kampfmaschine zu sein.

 

Dementsprechend ist es auch essentiell für einen IEMAS-Instructor, keine "Profilneurosen" zu haben; wir erwarten von unseren Ausbildern salopp gesagt, dass sie über eine gesunde Bodenhaftung verfügen. Niemand ist unbesiegbar und den Stein der Weisen hat in der Kampfkunst unseres Wissens nach keiner gefunden; jeder kocht nur mit Wasser. Gerade für Lehrende ist es unumgänglich, sich dieses Umstands immer bewusst zu sein. Wir wollen keine Terminatoren mit Allmachtsphantasien in unseren Schulen haben, sondern sozialkompetente Lehrer, die gerne und effektiv ihr Wissen weitergeben und die ihre Schüler als Partner begreifen. Wer meint, die Qualifikation als guter Kämpfer würde ihn automatisch zu einem guten Lehrer machen, ist bei uns definitiv falsch. Ein Lehrer muss bei uns mehr mitbringen als reine Kampfkraft. Neben der bislang angesprochenen Sozialkompetenz und Bodenhaftung legen wir daher noch großen Wert auf den Umstand, dass ein IEMAS-Ausbilder juristische, medizinische und sportwissenschaftliche Kenntnisse hat. Diese werden in den vorher zu absolvierenden Kompaktseminaren vermittelt.